Manuel und Fransisco stehen vor den Ruinen ihres Hauses in Mosambik.

Nothilfe Zyklone Idai & Kenneth - Jetzt helfen

Nach dem zweiten verheerenden Wirbelsturm "Kenneth" sind weitere 368.000 Kinder in Mosambik gefährdet!

Zyklon Kenneth landete am Donnerstag im Norden Mosambiks als Sturm der Kategorie 4 und hat in einigen Dörfern bis zu 90 Prozent der Häuser zerstört. Experten warnen, dass das sich nur langsam vorwärtsbewegende Sturmsystem noch tagelang Regen fallen lassen könnte, wodurch die Gefahr tödlicher Überschwemmungen und Erdrutsche erhöht wird.

Dies ist das erste Mal in der Geschichte, dass in der gleichen Saison zwei starke tropische Wirbelstürme Mosambik heimgesucht haben. Nur knapp sechs Wochen zuvor hat schon Wirbelsturm Idai verheerende Zerstörung gebracht. Die Verwüstung durch die Wirbelstürme Idai und Kenneth könnte die Gesamtzahl der Kinder, die humanitäre Hilfe benötigen, in Mosamibik allein auf fast 1,4 Millionen erhöhen!

UNICEF hat bereits Teams, die auf Gesundheit, Ernährung, Kinderschutz, Wasser und Hygiene spezialisiert sind, in den betroffenen Gebieten stationiert und humanitäre Hilfsgüter, einschließlich Gesundheitsausrüstungen und Wasserreinigungsartikel, bereitgestellt, um die Nothilfe zu beschleunigen. Doch das wahre Ausmaß der Katastrophe wird erst in den nächsten Tagen sichtbar werden.

Ihre Unterstützung wird jetzt dringend gebraucht: Bitte spenden Sie noch heute für die Nothilfe von UNICEF vor Ort!


Der Boden ist mit Regen gesättigt und die Flüsse sind bereits geschwollen, so dass sich der Notfall durch Überschwemmungen in den nächsten Tagen wahrscheinlich noch verschlimmern wird. Wir tun alles, was wir können, um Teams und Vorräte vor Ort zu bekommen, um die Sicherheit der Menschen zu gewährleisten.

Michel Le Pechoux, UNICEF Mosambik

So hilft UNICEF in Malawi, Mosambik und Simbabwe

Zwei Männer entladen die ersten Kisten mit Hilfsgütern in ein Verteilungszelt.
© UNICEF/UN0291172/de Wet
Beira, Mosambik: Zelte wie dieses am Gelände einer Schule dienen zur Ausgabe von Hilfsgütern an die Bevölkerung.

In den kommenden Wochen sind Kampagnen rund um Masernimpfung, Entwurmung und Vitamin-A-Booster geplant. UNICEF unterstützt auch die Einrichtung mehrerer Gesundheitskliniken in Evakuierungszentren.

UNICEF lieferte Impfstoffe, um 900.000 Menschen erfolgreich gegen Cholera zu impfen. Ebenso haben wir mit der Verteilung von 500.000 Moskitonetzen zum Schutz der Kindern vor Malaria begonnen und dazu beigetragen, die Wasserversorgung von 500.000 Menschen in der Stadt Beira (Mosambik) wiederherzustellen.

Da viele Gesundheitsstationen und Krankenhäuser zerstört wurden, wird fieberhaft daran gearbeitet, diese Verluste mit temporären und mobilen Kliniken auszugleichen.

UNICEF Mitarbeiter in Malawi inspizieren neu-installierte Latrinen nach dem Zyklon.
© UNICEF/UN0289560/Gumulira
Malawi: Temporäre Latrinen und Waschstationen haben einen großen Anteil daran, die Verbreitung von Infektionskrankheiten einzudämmen. Gerade nach Flutkatastrophen sind sie essentiell.

In Malawi stellt UNCIEF Wasserfahrzeuge, Toiletten und kinderfreundliche Zonen für Evakuierungszentren zur Verfügung, ebenso wie Medikamente und mobile Kliniken, Bildungs- und Freizeitausrüstung und ehrenamtliche Lehrer. Seit dem Wirbelsturm in Malawi hat UNICEF mehr als 53.000 Menschen mit sauberem Wasser und über 51.000 Menschen mit Toiletten versorgt.

UNICEF verteilt Wasserreinigungstabletten und installiert Latrinen, um die Ansteckungsgefahr gering zu halten und die Kinder zu schützen. Zusätzlich wird sauberes Wasser direkt in Tanks geliefert, um akuten Bedarf decken zu können.

Seifen, Kübel und Wasserreinigungstabletten werden auch direkt an die Familien verteilt. UNICEF und seine Partner arbeiten bereits daran, die beschädigte Wasserversorgung - bzw. -infrastruktur wiederherzustellen, um die langfristigen Folgen gering zu halten und den Regionen eine schnellere Erholung zu ermöglichen.

UNICEF Mitarbeiter begutachten Hilfsgüter in Malawi.
© UNICEF/UN0289562/Gumulira
Malawi: Die Kinder bekommen neben Schulsachen auch einfach Spielzeuge wie Bälle, damit sie zumindest für kurze Zeit ihre Sorgen vergessen können.

Viele Schulen und Krankenhäuser wurden zerstört oder beschädigt oder werden als Unterkünfte genutzt. Sobald die unmittelbaren, lebensrettenden Bedürfnisse gedeckt sind, ist es entscheidend, dass die Kinder so schnell wie möglich wieder zum Lernen kommen - um ihnen in einer Zeit extremen Chaos ein Gefühl der Normalität zu vermitteln. Daher werden schon jetzt Unterrichtsmaterialien geliefert und die Planungen intensiviert.

Zelte für Notschulen sind bereits in den betroffenen Regionen. UNICEF und Partner entsenden zusätzliches Lehrpersonal, Schulmaterialien und Materialien für die frühkindliche Entwicklung nach Malawi, Mosambik und Simbabwe. 

Sozialarbeiter*Innen sollen den Kindern dabei helfen, ihre traumatischen Erlebnisse zu verarbeiten. Es werden temporärer kinderfreundliche Zonen eingerichtet, in denen die Kinder spielen können und möglichst niederschwellig psychosoziale Hilfe bekommen.

Zwei UNICEF Mitarbeiter entladen Kisten mit Cholera-Impfstoffen in Beira.
© UNICEF/UN0294832/DE WET
Am 2. April erreichen Cholera-Impfstoffe den Flughafen von Beira in Mosambik.

Nach Zyklon Idai gibt es bislang mehr als 1.000 Cholera-Fälle, davon 900 alleine in Beira (Mosambik). Aus diesem Grund landete die erste große Hilfslieferungen mit Impfstoffen gegen die oft tödliche Durchfallerkrankung in dieser Stadt.

UNICEF errichtete bereits sieben Cholera-Behandlungszentren mit 500 Betten in den betroffenen Regionen. Zusätzlich zur Lieferung von Impfstoffen wird fieberhaft daran gearbeitet, den Menschen sauberes Trinkwasser zur Verfügung zu stellen. Dies erfolgt durch Wasserlieferungen, Reinigungstabletten, die Inbetriebnahme von Aufbereitungsanlagen und Reparaturen der zerstörten Infrastruktur.

Die Wiederherstellung einer sicheren Wasserversorgung ist gerade besonders wichtig.


Trinkwasser: Ein Teil der UNICEF Nothilfe in Malawi

Anne steht vor ihrer zerstörten Hütte in Malawi.
© UNICEF/UN0291156/Gumulira
Malawi: Annie steht vor den Trümmern ihres Zuhauses.

Baby Ndaziona war gerade erst zwei Tage auf der Welt, als ihre Mutter Annie beschloss, mit ihr und den älteren Geschwistern zu fliehen. Seit vier Tagen hatte es ununterbrochen geregnet. Mitten in der Nacht wachte sie auf. "Ich schaute nach draußen und sah das Wasser schon auf uns zukommen", erzählt sie. Sie wusste, ihr kleines Haus aus Stroh und Lehmziegeln würde den Wassermassen nicht standhalten. "Ich nahm die Kinder und rannte." Sie war gerade ein paar Meter weg, da brach das Haus zusammen. Annie ist bewusst, wie knapp sie dem Tod entronnen sind. "Die Kinder weinten, und ich hatte solche Angst."

Anne hält ihr kleines Baby in den Armen.
© UNICEF/UN0291150/Gumulira
Annie lebt momentan mit ihren Kindern im Bandula Admarc Notlager in Nsanje.

Mit ihren Kindern Chimwemwe (10), Usta (7), Alefa (5) und Baby Ndaziona verbrachte Annie die folgende Nacht gemeinsam mit acht weiteren Familien beim Dorfältesten. Danach gingen sie in das Notlager von Bangula Admac. Dort leben sie jetzt seit zwei Wochen. Ihre Unterkunft ist eine alte Markthalle. Über 5.300 Menschen suchten hier Schutz – viele von ihnen aus Mosambik, wo die Flut noch schlimmer war als in Malawi.

Jetzt, da der Regen endlich aufgehört hat, ist es sehr heiß in der Notunterkunft. Die Menschen suchen Schatten unter dem Dach oder den Bäumen. Die Halle hat keine Wände, die Menschen sind Wind und Wetter ausgeliefert. Frauen kochen in schweren Eisentöpfen oder tragen Wasser auf dem Kopf. Einige Händler verkaufen Obst oder Donuts.

Isaac Falakeza leitet das Camp. Er ist ein ehemaliger Lehrer. "Es ist total überfüllt hier, aber wir versuchen, jedem zu helfen," sagt er. Die UNICEF-Nothilfe ist angelaufen: Hilfsgüter wie Eimer, Seife und Hygieneartikel werden in die betroffenen Gebiete in Süd-Malawi gebracht. Dank Vorräten im Land ist UNICEF gut auf den Katastrophenfall vorbereitet und kann die Familien schnell mit dem Nötigsten versorgen: Mittel gegen Durchfall, Antibiotika und Malaria-Netze.

Anne holt frisches Wasser aus einem Brunnen in der Nähe.
© UNICEF/UN0291153/Gumulira
Annie und ihre Kinder benötigen viel sauberes Wasser, um vor Krankheiten geschützt zu werden.

Eines der wichtigsten Hilfsgüter, das Annie von UNICEF erhalten hat, ist ein blauer Kübel. Den braucht sie, um Wasser vom Brunnen zu holen. Ein kostbarer Besitz für sie, die nichts mehr hat. Zehn Minuten muss sie bis zum Brunnen laufen. Im Dorf hat sie ihr zerstörtes Haus gesehen: Nur noch das Strohdach ist übrig geblieben, alles andere ist dem Erdboden gleich. "Ich würde gern wieder nach Hause. Das Camp ist kein Platz für ein Baby", sagt sie. Für den Wiederaufbau hat sie kein Geld, sie verdient nur etwas über einen Euro am Tag als Wäscherin oder durch den Verkauf von Feuerholz. "Das meiste gebe ich gleich wieder aus für Gemüse oder Maismehl."

Ein UNICEF Mitarbeiter zeigt Annie, wie sie Wasser testen kann.
© UNICEF/UN0291159/Gumulira
UNICEF Mitarbeiter Alan Kumwenda zeigt Annie, wie sie das Wasser mit dem Messgerät kontrollieren kann.

Zurück im Camp zeigt UNICEF-Mitarbeiter Allan Kumwenda ihr, wie sie den "Wasser-Wächter" benutzt, einen kleinen Plastikbehälter. Allan Kumwenda träufelt ein paar Tropfen Chlor ins Wasser und prüft anhand einer Farb-Skala, ob es sicher zum Trinken ist. "Direkt an der Pumpe ist das Wasser noch sauber. Aber beim Transport kommen dann Schmutz und gefährliche Keime hinein", erklärt er. Diese können gefährliche Krankheiten wie Cholera verursachen, die für Kinder lebensbedrohlich sein können. Der "Wasser-Wächter" schützt Annie und ihre Familie. Annie freut sich: "Jetzt muss ich keine Angst mehr um meine Kinder haben."




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